Freitag, 3. April 2009
BIOGRAFIE
Formen der BiographiearbeitGereben unterscheidet zwei Formen der Biographiearbeit: die gesprächsorientierte Biographiearbeit und die aktivitätsorientierte Biographiearbeit (vgl. Gereben, 1998, Kap. 4).Zur gesprächsorientierten Biographiearbeit zählen Einzel- und Gruppengespräche, die zu vorgegebenen Themen angeboten werden. Solche Themen sind z.B.: Familienleben, Schulzeit, Kinderspiele, Feste und Feiertage. Die aktivitätsorientierte Biographiearbeit zeichnet sich durch die Integration der Biographiearbeit in eine Tätigkeit aus. Dies kann beispielsweise ein Museumsbesuch, aber auch das Anfertigen einer Collage, das Singen von Liedern oder das Ausführen von Alltagshandlungen (z.B. Tisch decken) sein. Bei beiden Formen gilt, dass sich das Miteinbeziehen von Angehörigen und eine dementengerechte Kommunikation sehr positiv auf die Erfolgsmöglichkeiten der Biographiearbeit auswirken. Trilling schlägt für die dementengerechte Kommunikation vor, nur einen Sachverhalt im Gespräch gleichzeitig anzusprechen, eine einfache Sprache zu verwenden und vertraute Redewendungen oder Sprichwörter zu benutzen. Weiterhin gehört das aktive Zuhören dazu, bei dem Aufmerksamkeit auch durch nonverbale Mittel ausgedrückt wird, im verbalen Bereich Paraphrasen verwendet und Gesprächspausen zugelassen werden. Beachtet werden muss auch, dass insbesondere Fragen an demente Menschen nicht auf eine absolute Antwort abzielen sollten (z.B. Fragen, die mit "wann", "wer", "wo" beginnen), da die Unmöglichkeit, sie zu beantworten, für demente Menschen sehr belastend sein kann. Eine Frage sollte immer auch den Ausweg einer nicht allzu konkreten Antwort anbieten. In der Biographiearbeit mit dementen Menschen ist es außerdem hilfreich, die Sinne (z.B. Geruchs-, Geschmacks-, Tastsinn) durch Trigger (Erinnerungsschlüssel) anzusprechen. Als Trigger können beispielsweise Gegenstände, Photos, Speisen und Getränke oder Musik eingesetzt werden (vgl. Trilling, 2001, S. 50-61).
Donnerstag, 2. April 2009
Lebensräume bis zum Ende,
Ein Herzensthema von mir: Lebensräume bis zum Ende, Literaturempfehlung
Hier gibt es noch viele Anregungen zu verbreiten. Gerade diese Wochei st mir in einem Seminar klar geworden, dass viele meiner Ideen vor ca. 5 Jahren noch Neuland waren, mittlerweile, aber sehr viel in dieser Richtung schon umgesetzt wird. Wir können viele konkrete, nicht teure, kreative und individuell angepasste Ideen umsetzen.
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PDF-Download DeSS orientiert 1/07 - Pflegeheime: Lebensräume bis zum Ende Hrsg. Demenz Support Stuttgart, Ausgabe 1/2007, ISSN 1863-6136, PDF-Dokument, 47 Seiten, dreifarbig. Das dritte Journal "DeSS orientiert" widmet sich in Fortsetzung und als Ergänzung der zweiten Ausgabe noch einmal dem Thema "Palliative Care". Dabei fokussiert es gezielt die Situation in stationären Altenpflegeeinrichtungen. Pflegeheime gewinnen als letzter Ort für alte, hilfebedürftige Menschen - mit und ohne Demenz - zunehmend an Bedeutung. Die aktuelle Ausgabe "Pflegeheime: Lebensräume bis zum Ende" skizziert den internationalen Forschungsstand zum Thema und hinterfragt, welche Konzepte, Interventionen und Qualifizierungsmaßnahmen zur Entwicklung und nachhaltigen Implementierung einer Hospizkultur in stationären Einrichtungen beitragen können.
Viktoria erzählt
Viktoria erzählt (88 jährige Frau mit Demenz)
Wer Demenz kennt, weiß, dass sie irgendwann jegliche innerseelisch und geistigen Kontrollinstanzen der Persönlichkeit einreißt.
Ein Familientabu bricht auf. Viktoria erlebt Vergangenes heute wieder real als Gegenwart:
Sie sieht ihren Vater, den Berg zum Haus hoch kommend, geflüchtet aus der Verwahrung Geisteskranker.
Recherchen ergaben, dass er in Grafeneck im Zuge der Säuberung von unwertem Leben vom Naziregime umgebracht wurde.
Einsatz von Sprichwörtern in der Kommunikation
Warum Sprichtwörter so gut Menschen mit Demenz erreichen.
"Ein Sprichwort ist ein kurzer Satz, der sich auf lange Erfahrung gründet"
Cervantes
Die heute ältere und hochbetagte Generation ist noch sehr stark mit Sprichwörtern durch die Erziehung begleitet worden. In diesem allgemeinen Sprachaussagen stecken tiefe Wertvorstellungen dieser Generationen, sie wurden früh erlernt, haben ein Leben lang begleitet. Somit ist der Einsatz von Sprichwörtern in der Kommunikation ein Anknüpfen an sprachliche Ressourcen und kann Brücken bauen.
Freitag, 20. März 2009
Spiritualität, wichtig für Menschen mit Demenz?
Als ich noch in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet habe, war es mir möglich u. a. in der Gerontopsychiatrie Gruppenangebote durchzuführen. Eine der besten Angebote war dienstags der Besuch der Pfarrerin. Sie führte ein Ritual nach dem nächsten durch, sprach mit den Patienten immer die gleichen sehr bekannten Gebete, sang mit ihnen die gleichen Lieder, die Protestanten wie Katholiken vertraut waren. Meine Patienten schienen mir danach geklärter und aufgeräumter. Ich finde angemessene religiöse Angebote sehr wichtig für Menschen mit Demenz. Gottesdienste im üblichen Sinn überfordern.
Eine nette Geschichte fällt mir ein. Ein Kollege aus der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung, ein Pfarrer erzählte mir, er habe einen Gottesdienst mit einer dementen Frau durchgetanzt, weil diese darauf bestand, so vollzog er auch seine Predigt tanzend. Hut ab vor seinem Mut. Ich persönlich liebe die Spontanität und die Kreativität von Menschen mit Demenz.
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PDF-Download DeSS orientiert 2/07 - Spiritualität: Ein Thema für die Pflege von Menschen mit Demenz? Hrsg. Demenz Support Stuttgart, Ausgabe 2/2007, ISSN 1863-6136, PDF-Dokument, 68 Seiten, dreifarbig. Die vierte Ausgabe des Journals "DeSS orientiert" zeigt Hauptlinien der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit dem Konzept Spiritualität auf und stellt folgende Fragen: Welche spirituellen Bedürfnisse haben Menschen mit Demenz? Wie kann damit adäquat umgegangenen werden? Welche Unterstützung sollte demenziell veränderten Menschen und deren Familien von der pflegerischen und seelsorgerlichen Seite angeboten werden? Beim Versuch Schneisen durch die überbordende Fülle an Literatur zum Thema zu schlagen, spiegeln unsere Autoren vor allem den aktuellen Forschungsstand in den USA, Großbritannien und Australien.
Hier gibt es noch viele Anregungen zu verbreiten. Gerade diese Wochei st mir in einem Seminar klar geworden, dass viele meiner Ideen vor ca. 5 Jahren noch Neuland waren, mittlerweile, aber sehr viel in dieser Richtung schon umgesetzt wird. Wir können viele konkrete, nicht teure, kreative und individuell angepasste Ideen umsetzen.
PDF-Download DeSS orientiert 1/07 - Pflegeheime: Lebensräume bis zum Ende Hrsg. Demenz Support Stuttgart, Ausgabe 1/2007, ISSN 1863-6136, PDF-Dokument, 47 Seiten, dreifarbig. Das dritte Journal "DeSS orientiert" widmet sich in Fortsetzung und als Ergänzung der zweiten Ausgabe noch einmal dem Thema "Palliative Care". Dabei fokussiert es gezielt die Situation in stationären Altenpflegeeinrichtungen. Pflegeheime gewinnen als letzter Ort für alte, hilfebedürftige Menschen - mit und ohne Demenz - zunehmend an Bedeutung. Die aktuelle Ausgabe "Pflegeheime: Lebensräume bis zum Ende" skizziert den internationalen Forschungsstand zum Thema und hinterfragt, welche Konzepte, Interventionen und Qualifizierungsmaßnahmen zur Entwicklung und nachhaltigen Implementierung einer Hospizkultur in stationären Einrichtungen beitragen können.
ultimo
PDF-Download DeSS orientiert 2/06 - Menschen mit Demenz in ihrer letzten Lebensphase Hrsg. Demenz Support Stuttgart, Ausgabe 2/2006, ISSN 1863-6136, PDF-Dokument, 38 Seiten, dreifarbig. Die zweite Ausgabe von "DeSS orientiert" beleuchtet den internationalen Diskussionsstand zum Thema "Menschen mit Demenz in ihrer letzten Lebensphase". Sie beleuchtet, ob und mit welchen Assessmentinstrumenten man das Wohlbefinden Betroffener einschätzen kann, wie gutes Symptommanagement aussieht, wie man Angehörige bei Entscheidungsprozessen entlasten und letztlich Menschen mit schwerer Demenz Lebensqualität bis zum Ende ermöglichen kann.