Donnerstag, 16. September 2010

Milieutherapie für Menschen mit Demenz


Herzlich willkommen                          Barbara Schweiger, Neue Fahrt 4
                                             34277 Fuldabrück, Tel. und Fax: 
                                             0561-45262. 
                                             email: barbaraschweiger@arcor.de
                                      http://www.validation-barbara-schweiger.deZum Vortrag: 
Milieutherapie für 
Menschen mit Demenz 
 1-Milieutherapie als Rahmenkonzept 


Unter Milieutherapie wird bewusstes therapeutisches Handeln zur Anpassung der 
materiellen und sozialen Umwelt an die krankheitsbedingten Veränderungen der 

Wahrnehmung, des Empfindens, des Erlebens und der Kompetenzen der beeinträchtigten Personen verstanden. ( Jens Bruder 1997) 
Kurz gesagt: Milieu ist immer, wie auch 
Beziehung. Im Zentrum des milieutherapeutischen 
Arbeitens steht der Mensch, dem ein Sozialmilieu 
so geschaffen wird, dass er mit sich und der Welt 
bestmöglich im Einklang stehen kann. 


Geschichte der Milieutherapie 


Der französiche Arzt Pinél hat 1772 die Kranken 
der Salpetriére von ihren Ketten befreit und dabei 
erfahren, dass dieser zunächst moralische Akt, 
positive, therapeutische Wirkung zeigte. 
Zwangsmaßnahmen und Isolierung der 
Geisteskranken wurde von der Milieutherapie als 
humane, therapeutische Intervention abgelöst und 
fand Anfang des 19. Jahrhunderts Einzug in 
Psychiatrien der USA und Europas. In den 70er 
Jahren des letzten Jahrhunderts gewann vor 
allem durch die Sozialpsychiatrie die 
Milieutherapie wieder an Beachtung. 



Synonyme: Soziotherapie, Milieugestaltung. Therapeutisches Milieu 


Menschenbild 

Räumlichkeit (sozial und physikalisch) ist eine 
Wesensbestimmung des menschlichen Daseins, und 
der Raum ist kein vom Subjekt abgelöster 
Gegenstand. (Schmidt-Scherzer, 1998) 
Ohne Raumbezug ist Leben nicht möglich. Dieser Lebensraum bestimmt maßgeblich unsere 
Lebensqualität 



Demenz führt zu einer zunehmenden 
Verminderung von situativer Belastbarkeit; den 
Anforderungen der Umwelt kann immer weniger 
entsprochen werden. 


Demenz führt als Folge davon zum Rückzug auf Vertrautes 

(erprobte, erfolgreiche Verhaltensweisen). Im günstigsten Fall 
bleiben sie für die Umwelt unauffällig, nicht störend. 

Demenz kann aber auch störendes/herausforderndes Verhalten 
und schwierige Gefühlszustände zur Folge haben (Unruhe, 
Aggression, Apathie, Depression Trugwahrnehmungen …) wie wir 
dies bei 90 % der Schwerstdementen leider kennen. 


Mit Fortschreiten der Demenz sind diese Menschen zunehmend auf 
eine Umwelt angewiesen, die sich auf sie als Individuum einstellt – sie 
können sich bedingt durch die Krankheit nicht mehr der Umwelt 
anpassen. 

Berücksichtigung der Individualität (Kenntnis der Lebensgeschichte) 
Kennenlernen und Erfahren von Ressourcen und Defiziten in der Alltagsbegleitung 
Kennenlernen der individuellen Belastungsgrenzen und der Reaktion auf Überforderung 
Einfühlen in die emotionale Botschaft der verbalen und nonverbalen Kommunikation 
und des Verhaltens (Validation) 


Begleitung durch den Alltag und Einrichtung eines Schutzraumes für das Selbsterleben 
(biografische Handlungen ausführen lassen) 
Echtheit und Verlässlichkeit der BetreuerInnen (Bezugspflege) 
Rückzug und Inaktivität zulassen 
Herstellen und Bewahren von Vertrautheit (Ritualisieren des Alltags) 


Das Außenmilieu und die Innere 
Erlebenswelt der Menschen mit Demenz 
Die Institution ist geprägt durch: Konzept (Menschenbild, Leitlinien) 
Zahl der Mitarbeiter, Berufsgruppen 
Arbeitsabläufe 
Architektur, Atmosphäre, Tagesstrukturen 
Menschen mit Demenz sind umgeben von 
Erinnerungen, Gefühle, Rhythmen, 
Rituale, Gewohnheiten, Bedürfnisse, 
Antriebe, Sinneserleben, Selbsterleben 


Dimensionen der Milieugestaltung 
Eine dementengerechte Lebenskultur gestalten 

Beziehung 
Räumliches Milieu 
Alltag, Tagesstruktur, 
Beschäftigungsmöglichkeiten 
Greifbare Lebensumwelt, Atmosphäre 

Konkrete Milieuideen 

. 


Angepasste Helligkeit 500 Lux 

. 


Warme Farben, Blickfänger in Grundfarben 

. 


Keine irritierenden Musterungen 

. 


Vertraute Symbole 

. 


Überschaubare Räumlichkeiten 

. 


Bewegungsfreiheit 

. 


Eigene Möbel und wichtige Gegenstände, fotografisches Umziehen des 
Lieblingsplatzes bei einer Heimaufnahme 

. 


Erinnerungsalben, -kisten 

. 


Vertraute Kleidung 

. 


Möglichkeit der Selbstbeschäftigung (Zugänglichkeit von Regalen mit 
Materialkisten 

. 


Atmosphäre der Vertrautheit, des Zuhauseseins 

. 


In jeder Schicht zuständige Bezugspersonen 




Beispiele theoretischer Orientierungen 


in der Milieugestaltung 


-Personenzentrierte Betreuung bei Menschen mit 
Demenz 
-Säulen der Identität nach Petzold 
-Bedürfnisspyramide nach Maslow 
-Pflegeplanungs-/ konzeptionelles Modell der 
Pflege von Monika Krohwinkel nach AEDLs 


Abkürzung für Aktivitäten und existenzielle 
Erfahrungen des Lebens. 




Fünf psychische Bedürfnisse, die allen Menschen 
gemeinsam snd: 


.Nach Tom Kidwood und Bredin (1992a, S. 281-282, Towards A Theory Of Dementia Care: 
Personhood And Well-Being) 
.Bedürfnis nach Bindung 
.Wohlbefinden 
.Identität 
.Beschäftigung 
.Einbeziehung in eine Gruppe 


Ein gut strukturiertes Milieu zeichnet sich durch 
Stetigkeit, Konstanz und Stabilität aus, und bleibt 
dabei flexibel. 
Eine gelungene Milieutherapie kann sich selbst 
kompensieren. 


Ziel dabei ist eine ganzheitlich, lebensgeschichtsnahe, ressourcenorientierte Planung der Betreuung, 
Versorgung und Pflege für jeden einzelnen Menschen mit Demenz, dessen subjektives 
Wohlbefinden Indikator für die Richtigkeit des therapeutischen Handelns sein sollte. 

Montag, 14. Juni 2010

Fallbesprechungen

in der letzten Woche habe ich drei große Fallbesprechungen durchgeführt:
-AWO Seniorenzentrum, Hausgemeinschaften in Fuldabrück
-AWO       "                                 "                  " Sontra
-AWO       "                                                    " Eschwege
Diagnosen: Depression,  Demenz, Tavorabhängigkeit, chronischer Schmerzzustand, vaskuläre Demenz, chronische paranoide Schizophrenie,
 und zusätzliche körperliche Erkrankungen
Im ersten Schritt geht es immer um Verstehen, dazu braucht es eine feine Wahrnehmung und viel Fachwissen in Theorie und Praxis. Lernen in Fallbesprechungen ist ein sehr anschauliches Lernen und natürlich sehr praxisorientiert und kommt der Einrichtung nachhaltig zugute.
Aber ganz ehrlich: Auf dem Weg zu den Fallbesprechungen, wenn ich nur die Überschrift der Problemsituation kenne, habe ich für mich die Sorge: "Oh, Gott, so schwierig - was kann mir dazu einfallen?"

Sonntag, 21. März 2010

Gabriela Schweigler, eine begnadete Erzählerin

http://www.erzaehlwerkstatt-kassel.de/seiten/die_kraft_der_maerchen.html
Ein Auszug aus ihrer Homepage:
Die Kraft der Märchen und Geschichten
Seit ewigen Zeiten haben die Märchen und Geschichten die Menschen erfreut, unterhalten und im Inneren berührt. Früher wurden sie von Mund zu Mund weiter gegeben und vorwiegend im Kreis von Erwachsenen erzählt. Wer heute ein erzähltes Märchen erlebt, spürt wieder etwas von seiner Kraft und Ausstrahlung.
Hoffnungsträger für das Leben
Märchen spiegeln menschliche Situationen wider und sprechen in Bildern und Symbolen zu uns. Finden wir Zugang zu dem verborgenen Sinn, enthüllen sie
Botschaften, die für unser Leben hilfreich sein können.
Die Kunst des Erzählens
Es ist eine alte Tradition, Märchen und Geschichten im Erzählen lebendig werden zu lassen. Zuhörende werden nicht nur in den Bann des Märchens, sondern auch in die Faszination des Erzählens hinein gezogen. Die Wirkung ist immer wieder überraschend.
Viele Erwachsene hatten längst vergessen, wie sie durch die Kraft der Worte und der Darbietung in ein Geschehen eintauchen und eigenen inneren Bildern folgen können. Sie erinnern sich: eine Geschichte erzählt zu bekommen, war immer schon ein besonderes Geschenk. Ein Gefühl von Erstaunen und Dankbarkeit breitet sich am Ende aus – der schönste Lohn für die Kunst des Erzählens.
Hier durfte ich sie gestern erleben:
Termin/Zeit Ort/Anschrift Veranstaltung/Kosten Sonstiges
Samstag
20. März 2010

18 Uhr
Tee- und Gewürzkontor
Petra Klippert
, Kassel
Friedr.-Ebert-Str. 114
"Die Sonnenbarke"
10 Jahre TEE und POESIE
für ERWACHSENE

mit Gabriela Schweigler,
Eintritt: € 10
Wenig Plätze, deshalb wird Kartenvorverkauf empfohlen unterTel. 0561-773446
Teekontor

Sonntag, 28. Februar 2010

Samstag, 27. Februar 2010

Betreuungs- und Versorgungsnetzwerk

Sehr getagt und auf viele Hilfe angewiesen, ist es diesen beiden Schwestern möglich nach wie vor in ihrer vertrauten Häuslichkeit zu bleiben. Zwischen den Besuchen gibt es über den Tag verteilt häufige Pausen mit Nickerchen. Beide fühlen sich wohl, haben einander - so wie sie schon das ganze Leben zusammen sind.

Freitag, 26. Februar 2010

"Das Wenige, das du tun kannst, ist viel."

"Das Wenige, das du tun kannst, ist viel."

Albert Schweitzer (1875 - 1965), deutscher Theologe, Philosoph und Arzt